Frauenhaus Betreuungsprojekt "Neues Zuhause Plus" unbefristet verlängert
16.06.2025 RP
"Kreis Viersen · Der Kreis Viersen wird das Projekt „Neues Zuhause Plus“ mit dem SKF dauerhaft finanziell unterstützen. Eine Pilotphase lief erfolgreich.
(rei) Um Frauen, die mit ihren Kindern vor einem gewalttägigen Partner ins Frauenhaus geflohen sind, schneller in geordnete eigene Wohnverhältnisse zu bringen, unterstützt der Kreis Viersen die Arbeit des Frauen- und Kinderschutzhauses in Viersen seit September 2023 zusätzlich. Der Kreis und der Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF) haben seinerzeit ihre Zusammenarbeit mit dem Pilotprojekt „Neues Zuhause Plus“ erweitert. Im August dieses Jahres endet die zweijährige Projektphase. Der Kreistag beschloss jetzt einstimmig, dass der Kreis die Kooperation mit dem SKF in diesem Betreuungsfeld nun unbefristet fortsetzt.
Kreissozialdezernent Jens Ernesti hatte dies der Kreispolitik empfohlen. Er berichtete bereits dem zuständigen Ausschuss für Arbeit, Soziales und Senioren, wie hilfreich das Projekt „Neues Zuhause Plus“ sei. Der Kreis finanziert dabei eine halbe Vollzeitstelle für eine Sozialarbeiterin sowie die anfallenden Sach- und Gemeinkosten. 56.210 Euro sind dafür jährlich im Kreishaushalt als Ausgabe verbucht. Sehr gut angelegtes Geld, wie Ernesti berichtet. Im vergangenen Jahr 2024 hätten 15 von 34 Bewohnerinnen im Frauenhaus mit 23 Kindern am Projekt teilgenommen. Weitere Frauen hatten im Rahmen der Wohnungssuche Kontakt. Zehn Frauen hätten schließlich mit Unterstützung der Sozialarbeiterin eine eigene Wohnung gefunden.
Der Vorteil des Projektes: Die Sozialarbeiterin unterstützt betroffene Frauen frühzeitig bei der Wohnungssuche. Diese ist für die betroffenen Frauen häufig sehr belastend. Es ist für sie zunehmend schwieriger, auf dem Wohnungsmarkt eine für sie bezahlbare neue Bleibe zu finden. Auch im Kreis Viersen müssen sich Bewerberinnen des Frauenhauses nach Angaben von Dezernent Ernesti in der Regel auf 60 bis 70 Wohnungen bewerben. Besonders deprimierend ist für die Frauen, dass ihre Bewerbungen oft ohne Reaktion der Vermietenden bleibt. Die Sozialarbeiterin begleitet die Frauen intensiv bei der Wohnungssuche, ist auf Wunsch bei der Wohnungsbesichtigung dabei, berät zu möglichen Miet- und Nebenkosten, hilft während und nach der Einzugsphase.
Mit dem Projekt „Neues Zuhause Plus“ könne die Wohnungssuche erleichtert und nicht selten erfolgreich beschleunigt werden, so Ernesti. Das zeige sich bereits jetzt in der Pilotphase. Gewaltbetroffene Frauen könnten schneller mit ihren Kindern aus dem Frauenhaus in neue eigene vier Wände umziehen und so schneller in ein neues Leben starten.
(rei oli)"

